Deutscher Tierhilfe Verband überprüfte 20 Tierhandlungen in Hamburg
Regelmäßige Reinigung kommt nicht oft vor
Im Rahmen einer bundesweiten Recherche hat der Deutsche Tierhilfe Verband e.V. (DTV) 20 so genannte Tierhandlungen in Hamburg unter die Lupe genommen. Im Fokus der Tierschützer stand die Tierhaltung in den Verkaufsräumen der Zoo- und Tierhandlungen. „Das Ergebnis der Überprüfung überrascht uns nicht, ist aber dennoch für Tiere niederschmetternd“, fasst Michael Freitag vom Deutschen Tierhilfe Verband e.V. die Hamburger Recherche zusammen. So haben die Tierschützer viele Tiergehege vorgefunden, die offensichtlich nicht regelmäßig gereinigt wurden und verschmutzt waren.
Tote Fische sind an der Tagesordnung
Aber auch Tiere, die unter Verhaltensstörungen leiden, wurden gefunden, so werden in einer Tierhandlung zwei Kakadus in einem kleinen Käfig ohne Rückzugsmöglichkeit gehalten. Das angesprochene Verkaufspersonal gab an, dass der Käfig viel zu klein sei, sie aber dennoch froh seien, denn der alte Käfig sei noch kleiner gewesen. Auf die klaren stereotypischen Verhaltensstörungen wurde erwidert, dass die Tiere kommunizieren wollten. „Es war erschreckend, mit anzusehen, wie die Kakadus leiden und das Verkaufspersonal offensichtlich nicht in der Lage ist, auf die Bedürfnisse der Tiere einzugehen und sie artgerecht zu halten“, empört sich Freitag, der die Tierquälerei sowie das Gespräch mit der Verkäuferin per versteckter Kamera dokumentiert hat.
Tierquälerei! Kampffische in Einzelhaltung – DTV hat u.a. auch deswegen Anzeige erstattet
Auch wurden Einzelhaltungen von Kampffischen vorgefunden und dokumentiert, laut rechtlich bindenden Leitlinien der TVT (Tierärztlichen Vereinigung) ist dies bereits seit Jahren aus Tierschutzgründen untersagt. Dabei wurden die Tiere besonders tierquälerisch in winzig kleinen Aquarien gehalten. „Besonders schlimm fand ich, dass wir in mehreren Zoogeschäften Dutzende tote Fische und einen toten Krebs gefunden haben, die Achtung vor dem Tier und der richtige Umgang bleibt wohl bei einigen Läden auf der Strecke, bei einem Verkaufpreis von wenigen Euros pro Tier ist das zwar nicht überraschend, aber dennoch nicht hinnehmbar“, kommentiert Freitag abschließend die Untersuchung.
Toter Krebs, auch dies gehört offensichtlich zur Tagesordnung
Die beiden Kakadus leiden – auch hier hat der DTV Anzeige beim Veterinäramt in Hamburg erstattet
Der Deutsche Tierhilfe Verband hat Anfang dieser Woche vier Tierhaltungen beim zuständigen Veterinäramt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.
Erst vor wenigen Monaten hatte der Deutsche Tierhilfe Verband in Berlin Tierhandlungen unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sorgten in der Hauptstadt für kräftigen Wirbel, tagelang berichteten die Medien über die Recherche, eine Tierhaltung wurde auf Grund der Anzeige durch den Deutschen Tierhilfe Verband vom Veterinäramt geschlossen, hier hat der DTV zusätzlich eine 30 Seiten lange Strafanzeige gestellt. Weitere Informationen zu dieser sowie der aktuellen Untersuchung finden Sie hier.