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Aktuell

29.03.2010

Zu Ostern gilt: Augen auf beim Eierkauf!

In der Legebatterie leiden Hühner entsetzliche Qualen

Seit dem 01.01.2010 ist die Haltung von Legehennen in herkömmlichen Käfigbatterien bundesweit verboten. Doch dies bedeutet keineswegs, dass sich in den Regalen nun keine Käfigeier mehr finden. Gerade zur Osterzeit werden Unmengen ausländischer Eier als gefärbte Ostereier verkauft – der Eierstempel, an dem der Kunde erkennen kann, welcher Haltungsform das Ei entstammt, findet sich hier nicht.

Die Stempelpflicht gilt nur für Frischeier; da gefärbte Eier aber schon vor dem Färben gekocht werden, zählen sie zu den verarbeiteten Eiern und müssen keinen Stempel tragen. Weil sie in der Produktion die geringsten Kosten verursachen, werden deshalb hier meist Eier aus Käfighaltung verkauft.

Der Eierstempel, den frisch verkaufte Schaleneier seit 2004 in der EU tragen müssen, ist für verantwortungsbewusste Verbraucher eine Hilfestellung: Mit einem Code gibt er Aufschluss über die Haltungsform der Legehennen. Die erste Ziffer des Stempels, noch vor dem Kürzel des Erzeugerlandes und der Kennnummer des Hofes, gibt an, ob das Ei aus Käfighaltung (3), Bodenhaltung (2), Freiland- (1) oder Biohaltung (0) stammt. Die Käfighaltung in Deutschland darf mittlerweile nur noch in Kleingruppenhaltung stattfinden, die Tiere bekommen hierbei keinerlei Auslauf; Hühner in Bodenhaltung dürften immerhin frei im Stall herumlaufen, doch meist ist kein Platz dafür da, denn die Hühnerhalter stopfen die Ställe häufig sehr voll. Freilandhühnern muss ein Mindestmaß an Auslauf zur Verfügung stehen, Biohühner werden zudem nach ökologischen Standpunkten gehalten und gefüttert.

Gerade mal ein DIN-A-4-Blatt an Platz steht den Tieren zur Verfügung

Der Absatzanteil von käfiglosen Haltungsformen befindet sich seit der Einführung der Stempelpflicht auf dem Vormarsch; doch immer noch stammt ein beträchtlicher Teil der verbrauchten Eier aus der Käfighaltung. Dies liegt vor allem daran, dass in Back- und Teigwaren aufgrund der niedrigeren Kosten – und wegen der fehlenden Verpflichtung zur Herkunftsangabe auf dem fertigen Produkt – überwiegend Käfigeier verarbeitet werden; dass jedoch auch Ostereier von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind, wissen viele Verbraucher nicht.

Tierquälerei, soweit das Auge reicht, unter künstlichem Licht leiden die Hühner

Die traditionelle Legebatterie ist in Deutschland nun verboten, im europäischen Ausland jedoch noch erlaubt. So finden sich unter den gefärbten Eiern vor allem Käfigeier aus dem Ausland – und Eier aus der deutschen Kleingruppenhaltung, die ebenfalls zur Käfighaltung zählt und von Tierschützern als nicht artgerecht eingestuft wird.

 

Abgestempelt zum Eier legen – Hühner in der Legebatterie

Nach offiziellen Angaben des Bauernverbandes macht der Anteil deutscher Eier insgesamt nur noch knapp über die Hälfte aller verkauften Eier in Deutschland aus. Wer also sichergehen möchte, die hierzulande bereits verbotene Käfighaltung nicht zu unterstützen, sollte keine Ostereier im Supermarkt kaufen. „Die Käfighaltung von Legehennen, ob in Einzelkäfigen oder ‚Kleingruppen‘, ist nicht artgerecht, da sie weder Platz zum Scharren und Picken noch zum Sandbaden haben“, erklärt Michael Freitag, Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit vom Deutschen Tierhilfe Verband. „Auch die Kleingruppenhaltung ist nur Augenwischerei. Hier hat ein Huhn knapp 800 statt 550 cm² zur Verfügung – immer noch weniger als ein DIN-A-4-Briefbogen. Am tierquälerischen Aspekt der Käfighaltung hat sich wenig geändert.“ Besonders deutlich wird dies am Vergleich mit der ökologischen Haltung von Legehennen: Ein Huhn in Biohaltung hat 4 m² zur Verfügung.

Artgerecht ist nur die Freiheit – in einer Freilandhaltung haben die Hühner genug Platz zum Scharren und Laufen

Daher unser Tipp:
Gefärbte Ostereier im Bioladen oder frische Eier aus Bio- oder Freilandhaltung kaufen und selbst färben, zum Beispiel mit Rote Beete, Fliederblüten, Petersilie oder Karotten.











Was bedeutet der Stempel auf dem Ei? eierstempel
Der Stempel auf der Schale ist dreiteilig, z.B.: 0 – DE – 654321

Die erste Ziffer gibt die Haltungsform der Legehennen an und ist daher für den Tierschutz am relevantesten:

0 steht für ökologische Erzeugung,
1 für Freilandhaltung,
2 für Bodenhaltung
und die 3 für Käfighaltung.

Die nachfolgenden beiden Buchstaben geben die so genannte Länderkennung an und geben Auskunft darüber, aus welchem Land das Ei stammt. DE = Deutschland, NL = Niederlande, FR = Frankreich, DK = Dänemark

Die mehrstellige Zahlenfolge am Ende des Codes gibt den Betrieb an, die letzte Ziffer ist die Stallnummer.

Wenn Sie wissen wollen, woher Ihr Frühstücksei stammt, dann können Sie hier den Eierstempel eintragen und sich anzeigen lassen, wo der Hühnerstall steht und wie die Hühner gehalten werden: https://www.qualitrail.de/wsade/index.jsf

 

 

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